Das Projekt in Kürze

In der Gebirgslandschaft des Rätikons haben 28 Gemeinden aus der Schweiz, Vorarlberg und Liechtenstein die Idee für einen grenzüberschreitenden Internationalen Naturpark mit einer Fläche von über 1000 Quadratkilometern lanciert. Dieser Park wäre der einzige Drei-Länder-Naturpark sowie der flächenmässig grösste Naturpark im Alpenraum.

 

Die breit angelegte Machbarkeitsstudie liegt mit einem positivem Fazit vor: der Rätikon wäre mit seinem Natur- und Kulturreichtum, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sowie aufgrund der Marktpotenziale sehr gut geeignet für einen Regionalen Naturpark. Erfahrungen aus anderen Naturpärken in Österreich und der Schweiz zeigen, dass die Projekte und Angebote auf grosses Interesse stossen, die Naturpärke für Bevölkerung und Gemeinden wichtige - auch wirtschaftliche - Mehrwerte bringen und als Plattformen wichtige Treiber für die gemeinsame regionale Entwicklung sind. Eine besondere Qualität läge in der Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen im Rätikon, die auch einen historisch gewachsenen gemeinsamen Kulturraum der Walser wieder enger zusammenbringen würde. Rechtlich und organisatorisch wäre die Internationalität eine Herausforderung, die mit  den geeigneten Mitteln aber sicherlich bewältigt werden könnte.

 

Die Machbarkeitsstudie für den Naturpark Rätikon gliedert sich in drei Teilprojekte in der Schweiz, in Liechtenstein und in Österreich sowie in einen internationalen Teil. Die vier vollständigen Studien stehen zum Download zur Verfügung. 

Wie die Idee entstand

 

Die Idee eines Regionalen Naturparks Rätikon wurde von der Regionalentwicklung Prättigau/Davos mit der Zielsetzung aufgegriffen, das Potenzial und die Chancen im natur- und kulturnahen Tourismus im Rätikon besser zu nutzen und eine tragfähige Plattform für Entwicklung und Betrieb von Angeboten und Dienstleistungen zu schaffen.

 

Aufgrund der Lage und der sehr guten  Erfahrungen im Rahmen von Interreg-Projekten war die Grenzüberschreitung in Richtung Montafon/Walgau/Brandnertal in Vorarlberg und auch ins Fürstentum Liechtenstein eine sehr naheliegende Idee. Nach positiven Vorabklärungen wurde im Herbst 2017 mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie begonnen. Für die fachliche Umsetzung war in allen drei Ländern die Forschungsgruppe Tourismus und Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) unter der Leitung von Stefan Forster und Birgit Reutz verantwortlich.

Nachhaltige Entwicklung als Ziel

 

Der Mehrwert eines Regionalen Naturparks liegt in einer gemeinsamen Grundhaltung der beteiligten Gemeinden, in der Definition von gemeinsamen Zielen und Projekten. Regionale Naturpärke setzen sich für den Erhalt und die Aufwertung der vorhandenen Natur- und Kulturwerte ein und streben eine nachhaltige regionale Entwicklung an. Dafür stehen in der Parkorganisation Fachleute und Mittel zur Verfügung. Dass diese Mittel eine nachhaltige Wirkung erzielen, zeigt unter anderem diese Studie der ETH Zürich. Zudem profitieren die Gemeinden massgebend von Geldern, die von Ländern bzw. Kanton beigesteuert werden.

 

Sehr wichtig ist: aus einem Regionalen Naturpark ergibt sich kein zusätzliches Naturschutzgebiet, denn ein Naturpark ist kein Nationalpark mit strengen Schutzbestimmungen. In einem Naturpark gelten keine neuen Gesetze und Verordnungen, auch ergeben sich keine Veränderungen für Landwirtschaft, Alpen, Jagd, Forst, Wanderwege usw. Bestehende Regelungen gelten weiterhin.

Schritt für Schritt

 

Aufgrund des sehr positiven Fazits der Machbarkeitsstudie wird nun als zweiter Schritt der Managementplan erarbeitet. Dieser ist vergleichbar mit einem detaillierten Plan für ein Bauprojekt:  Für den Internationalen Naturpark Rätikon wird ein Haus geplant, in dem jedes Land ein eigenes Zimmer bezieht, ausstattet und das weitere Gebäude samt Dach mitfinanziert. Wie viele Leute in diesem Haus arbeiten, welche Aufgaben sie haben und wie genau das finanziert wird - all das muss mit dem fertigen Managementplan bekannt sein. Nach den Beschlüssen der Gemeinden für die Finanzierung dieses Projektschritts soll der Managementplan bis Sommer 2020 vorliegen.

 

Ob der Naturpark dann auch errichtet wird, liegt vor allem in der Hand der Gemeinden. Ohne ihre Zustimmung geht gar nichts. In der Schweiz sind zum Beispiel an Gemeindeversammlungen bzw. Urnenabstimmungen Entscheide des Stimmvolks notwendig. Sollten diese Entscheide positiv ausfallen, ist geplant, ab 2021 mit der Einrichtung des Naturparks zu beginnen.


Visuelles Verlaufsprotokoll der Workshops vom 7. Juni 2018 in Vandans (A) von Anna Egger.

Kontaktpersonen Teilprojekte Schweiz, Liechtenstein und Vorarlberg

SCHWEIZ

 

Region Prättigau/Davos

Georg Fromm

Regionalentwickler

 

Tel. +41 81 414 32 31

E-Mail

 

LIECHTENSTEIN

 

Ministerium für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport
Cornelia Marxer-Broder

Tel. +423 236 61 79
E-Mail

 

VORARLBERG

 

Stand Montafon

Bernhard Maier

Standessekretär

 

Tel. +43 (0) 5556 72132 12
E-Mail